The Lab – Madame Houdin, Essen

Es hält auf einem durchgehend guten Level die gelungene Waage zwischen Atmosphäre und Rätseln. “Trotz” dieser überzeugenden und atmosphärischen Kulisse kann es mit einigen Highlight-Rätseln glänzen und sorgt zusätzlich für den ein oder anderen Erschrecker.

Quickfacts

🏆 Bewertung DE:

6,3/10

🌍 Bewertung GL:

5,4/10

😈 Schwierigkeit:

2/5

👻 Scare-Faktor:

2/5

💰 Preisklasse:

2/3

📆 Zeitpunkt:

April ’22

📍 Ort:

Essen, Deutschland

🤹‍♂️ Spieler*innen:

Hammer, Holz, Kleber, Nagel, Wasserwaage

Dunkelheit, Blut, blinkende Lichter, Enge Räume, Laute Geräusche

HammerHolzKleberNagelWasserwaage
DE6,56,56,566
GL5,5565,55

Es hält auf einem durchgehend guten Level die gelungene Waage zwischen Atmosphäre und Rätseln. “Trotz” dieser überzeugenden und atmosphärischen Kulisse kann es mit einigen Highlight-Rätseln glänzen und sorgt zusätzlich für den ein oder anderen Erschrecker.

Nagel

Location & Gamemaster*in

Die Location von Madame Houdin befindet sich mitten in der Innenstadt von Essen und macht von außen eher einen unscheinbaren Eindruck. Schließlich befindet sie sich in einem einfachen Wohn- / Bürogebäude. Vom Essener Hauptbahnhof ist sie fußläufig zu erreichen, mit dem Auto ist man auf Parkhäuser in der Nähe angewiesen – natürlich kostenpflichtig. In der Location selbst fanden wir eine saubere, recht minimalistisch, aber passend eingerichtete Intro-Area vor und wurden freundlich vom Eigentümer begrüßt. Dieser gab uns nach einem kleinen Plausch ein schnelles Intro und führte uns in die Geschichte ein. Während des Spiels leitete er uns unauffällig durchs Spiel und meldete sich nur wenn es absolut notwendig war. Vor und nach dem Spiel konnte man ihm die Leidenschaft für Escape Games im Allgemeinen, aber besonders für seine Spiele im Speziellen, definitiv anmerken. Hier meint es jemand ernst und gibt sich viel Mühe dabei, ein positives Spielerlebnis für seine Kund*innen zu schaffen.

Story & Atmosphäre

Auf der eigenen Website beschreibt Madame Houdin “The Lab” folgendermaßen: “75 Minuten Grusel und paranormale Aktivitäten” – und hier würde ich definitiv mitgehen. “The Lab” ist weniger ein Horrorspiel, sondern ist von einer gruseligen, aber recht verträglichen Grundstimmung durchzogen und bietet gerade für schreckhafter Spieler*innen den ein oder anderen gelungen “Jump Scare”. Man sollte sich also bewusst sein, auf was man sich einlässt: denn ein Spiel was vor guter Laune sprüht ist es nicht. Als Erkundungstrupp begeben wir uns in ein verlassenes Labor, in welchem paranormale Aktivitäten aufgezeichnet wurden. Wir verfolgen die Spuren eines Wissenschaftlers, welcher das Labor aus uns unbekannten Gründen nie verlassen konnte. Unsere Mission startet in einem Aufzug, in welchem wir direkt mehr über die Geschichte erfahren und welcher für mich eins der atmosphärischen Highlights darstellt. Insgesamt ist die Kulisse glaubwürdig gestaltet und wird von einer positiv hervorstechenden Soundkulisse untermalt. Hier fällt aber auch auf, dass das Spiel zumindest in Teilen von Poltergeist (The Code Agency, Düsseldorf oder im Original von The Chamber, Prag) inspiriert ist. Schlimm ist das nicht, aber gewisse Ähnlichkeiten sind definitiv erkennbar und ganz mithalten kann “The Lab” mit seinem großen Bruder nicht. Auch die kleinen Schauspieleinlagen könnten mit etwas mehr Enthusiasmus für mehr Gruselfaktor sorgen, als sie es aktuell tun. Trotzdem ist es beachtlich, mitten in einem regulären Bürogebäude der Essener Innenstadt, ein doch so authentisch aussehendes “Grusellabor” zu erschaffen. Schöne Soundkulisse, atmosphärische Musik und ein für NRW eher überdurchschnittliches Bühnenbild inklusive.

Rätsel

Einer der größten Unterschiede zum “Poltergeist” sind die Rätsel. Auch hier gibt es zwar die ein oder andere Parallele, es lassen sich aber auch Highlights finden. So empfanden wir vor allem das letzte Rätsel als besonders kreativ. Hier wurde, auf eine uns bisher unbekannte Art und Weise, mit Lichteffekten ein Geschicklichkeits Rätsel geschaffen. Auch ansonsten waren die Rätsel sehr abwechslungsreich gestaltet und waren größtenteils gut in die Gesamtatmosphäre des Spiels integriert. Ein kleiner Makel war hierbei ein aufwändiges Logikrätsel zu Beginn des Spiels, welches recht viel Zeit in Anspruch nahm und so dafür sorgte, dass ein Teil der Gruppe untätig auf das Ergebnis warten musste. Insgesamt ergänzten wir uns während des Rätselns sehr gut, was für eine gute Abwechslung und knifflige, aber machbare Rätsel spricht. Ich empfand die Rätsel als größtenteils kreativ, auf dem richtigen Level herausfordernd und eindeutige Stärke des Spiels.


Fazit

Madame Houdin hat mit “The Lab” ein Spiel geschaffen, welches nicht zu der Elite in NRW gehört, sich aber auf keinen Fall verstecken braucht. Es hält auf einem durchgehend guten Level die gelungene Waage zwischen Atmosphäre und Rätseln. “Trotz” dieser überzeugenden und atmosphärischen Kulisse kann es mit einigen Highlight-Rätseln glänzen und sorgt zusätzlich für den ein oder anderen Erschrecker. “The Lab” ist nicht nur ein “nice to have”, sondern ist definitiv eine Empfehlung für alle NRW-stämmigen Escape Game Fans! 

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