Erste Rätselbox – Pyramide von Esc Welt

Besonders die Qualität und das umweltfreundliche und schöne Design bleibt mir überaus positiv in Erinnerung, denn auch nach dem Lösen bleibt die Pyramide ein schönes Dekoelement in der Wohnung.

Dass wir nach Escape Rooms und Rätseln in jeglicher Art und Weise verrückt sind, hat sich in unseren Bekanntenkreisen durchaus rumgesprochen. Wenn ich erzähle, dass ich in den Urlaub fahre, ist eine der ersten Rückfragen direkt: “Und, wieviele Escape Rooms habt ihr schon gebucht?” Und auch, wenn ich mir kaum etwas Schöneres vorstellen kann, als die Welt und ihre verschiedenen Escape Rooms zu bereisen, sieht die Realität doch ein wenig anders aus. Als Vollzeitstudent und Teilzeitjobber ist das Geld oft genauso knapp, wie die Zeit. Dass unsere eingeschweißte Escaper-Gruppe ausschließlich aus vielbeschäftigten Menschen besteht, macht es nicht einfacher, Termine für Ausflüge zu finden. Dadurch entstehen Pausen, die schlimmstenfalls monatelang andauern können, in denen wir es aus den oben genannten Gründen einfach nicht schaffen, einen Escape Room zu besuchen. Und während es uns nach Rätseln dürstet, müssen eben manchmal Alternativen herhalten, die unser Gehirn fit halten. Von alltäglichem Gehirnsport wie Kreuzworträtseln oder Sudoku, über Brett- und Videospiele mit Kopfnusscharakter, bis hin zu Online Escape Rooms, die meines Erachtens am ehesten an echte Escape Rooms drankommen, ist alles möglich. Von einer anderen beliebten Rätselalternative habe ich persönlich jedoch noch nicht allzu oft Gebrauch gemacht – bis ich dieses Jahr zum Geburtstag ein Geschenk bekam.

Vorab: Bei einigen Escape-Room Anbietern und inzwischen auch schon im Fachgeschäft hatte ich haptische, Escape-Room-ähnliche Rätselkisten schon gesehen. Im Handel konnten die meisten Angebote meine Aufmerksamkeit nicht erregen, da ich gegenüber den meisten “Escape Rooms für zuhause” ohnehin eher skeptisch bin. Die limitierten Möglichkeiten der Rätsel, das fehlende Erfolgsgefühl und die Schwierigkeit, im Team zu spielen, sind nur einige der Aspekte, die es mir mit den aktuell so erfolgreichen Spielen so schwierig machen. Nun gibt es aber auch die größere Variante, die häufig in Escape-Room-Locations ausgestellt wird und für kleines Geld ausgeliehen oder vor Ort gelöst werden kann. Diese professionellere Version von waschechten Escape-Room-Anbietern, die wissen, was sie tun, finde ich schon interessanter. Aufgrund der Größe, der meist sehr ansprechenden Optik und dem Vertrauen (und damit verbundenen Erwartungen), das ich in Menschen vom Fach setzte, konnten mich diese Rätselkisten schon eher faszinieren. Ich erinnere mich gerne an einen Besuch bei ExitNow in Hagen, wo wir 2 solcher Kisten bespielen und lösen durften. Und auch, wenn es mir positiv in Erinnerung geblieben ist, hat es danach einfach nie wieder für eine Fortsetzung gereicht. Es ist nun mal kein richtiger Escape Room.

Februar 2022: Klebers und meinen Geburtstag trennen nur 1 Woche, weswegen wir häufig gemeinsam beschenkt werden. Auch dieses Jahr segnete uns eine langjährige Freundin, die geburtstagstechnisch schon in den Vorjahren einige Treffer landen konnte, mit einer ganz besonderen Kleinigkeit, die für uns beide bestimmt war. Aus einer Geschenktüte zog ich eine hölzerne Pyramide, die erstaunlich ansprechend aussah! Die hochwertige Qualität konnte man direkt durch eine offene Stelle in der Plastikverpackung erahnen. Und auch wenn ich mich wirklich über dieses Geschenk freute (und wir es tatsächlich im Café, in dem es uns überreicht wurde, vergessen hatten und einen Tag später nochmal dort vorbei mussten…), sollte die Pyramide erst noch einige Monate in einer Vitrine als Dekoration herhalten. 


Es verging einige Zeit und eines Nachmittags fanden sich drei der fünf Tools zusammen in unserem Wohnzimmer wieder, da erinnerte ich mich an das tolle Geschenk und wir holten die hölzerne Pyramide aus der Vitrine. Wir öffneten die Verpackung und bestaunten erstmal, was wir da in der Hand hielten. Das bearbeitete Material hat eine wirklich tolle Qualität, so schreiben “Esc Welt” selbst auf ihrer Website, dass die Pyramide mit Lasern bearbeitet und mit Handarbeit zusammengesetzt wurde. Und das sieht und spürt man auch! Als kleiner Zappelphilipp gefiel es mir sehr, alles an der Pyramide zu ertasten und mit einigen lockereren Teilen zu Spielen und auch wenn nicht alles bombenfest zusammenhielt, hatte ich nie das Gefühl, dass mir die Pyramide in der Hand zerfallen würde. 

Wir bemerkten schnell, dass es auf der Unterseite der Pyramide eine Art kryptische Erklärung für die Vorgehensweise gab. Ich gebe zu: dass es quasi nur 4 Rätsel zu sein scheinten, enttäuschte mich schon. Trotzdem war ich dankbar, irgendeine Art von Anleitung zu haben, da ich bisher kaum Erfahrung mit solchen Rätselkisten hatte und mich vermutlich mit einem Anfang schwer getan hätte.

Das erste Rätsel ist meiner Meinung nach kaum als eins einzustufen: Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir das sogar schon “gelöst”, als wir die Pyramide reihum in den Händen hielten und zum ersten Mal erforschten. Das Ergebnis von Rätsel 1 war ein Tipp für Rätsel 2, was uns das Gefühl eines Erfolgs und des Fortschritts gab, doch auch das zweite Rätsel hatten wir dann schnell durchschaut. Die Art des Rätsels war uns nicht fremd und geschulte Escaper-Augen können hier sogar ohne den Tipp vom ersten Rätsel zuschlagen. Unverhältnismäßig zu den ersten beiden Rätseln, sind die letzten beiden Rätsel im Prinzip ein großes, mehrstufiges Rätsel und mit Abstand viel komplexer als die vorherigen. Leider lässt sich nicht erkennen, dass die letzten beiden Rätsel zusammengehören und so verschwendeten wir beim Lösen von Rätsel 3 sehr viel Zeit, da wir kein richtiges Erfolgserlebnis hatten und das Rätsel somit noch nicht abgeschlossen sein konnte – dachten wir. Nachdem wir alle Möglichkeiten durchgesprochen hatten, wagten wir uns schlussendlich doch weiter zu Rätsel 4 und verstanden schnell, dass die beiden Rätsel zusammengehörten. Nach einigen Minuten hatten wir im Prinzip alles, was wir brauchten gefunden, doch konnten wir die Hinweise nicht alle zusammenführen. Sehr praktisch: Auf der Website von Esc Welt finden sich zu allen Rätselkisten ausführliche Lösungen, erst mit kleinen Denkanstößen und dann (ausklappbar) die komplette Lösung – inklusive Bild und/oder Video! Kleber warf dann also einen kurzen Blick auf die Denkanstöße, woraufhin uns klar wurde, dass wir eine wichtige Kleinigkeit doch übersehen hatten, die meiner Meinung nach offensichtlicher oder klarer zu identifizieren gewesen wäre, wenn sie in der Ausführung ein wenig größer gewesen wäre. Nichtsdestotrotz konnten wir die Pyramide danach schnell fertigstellen und endlich die Spitze abnehmen, unter der sich ein kleines Geheimfach verbirgt.

Wie auch auf der Website empfohlen, ist dieses Erlebnis für maximal(!) drei Personen ausgelegt. Leider Gottes kann nun mal nur eine Person gleichzeitig die Pyramide in der Hand halten und erforschen, während die anderen nicht viel zu tun haben. Trotzdem war es gesellig und vor allem für das letzte Rätsel von Vorteil, mindestens zu zweit zu sein. Natürlich ist es auch möglich, sich der Aufgabe allein zu stellen. 

Besonders die Qualität und das umweltfreundliche und schöne Design bleibt mir überaus positiv in Erinnerung, denn auch nach dem Lösen bleibt die Pyramide ein schönes Dekoelement in der Wohnung. Leider waren die Rätsel ziemlich unausgewogen und so hatten wir Anfangs keine große Challenge, wohingegen das Ende eine kleine Kopfnuss war. Deswegen ist die Pyramide für Menschen, die zumindest ein wenig Erfahrung im Rätseln haben, meiner Meinung nach die richtige Wahl. Außerdem kann man das ganze Konstrukt easy wieder zurücksetzen und z.B. weiterverschenken oder als schenkende Person zuerst das Geheimfach befüllen, bevor es weitergegeben wird (dafür müssen jedoch alle Rätsel gelöst werden…).

In einer Hinsicht muss ich den Informationen der Website jedoch widersprechen: 60-90 Minuten Spielzeit trafen bei uns definitiv nicht zu. Wir haben zwar nicht die Zeit gestoppt, aber länger als eine halbe Stunde hat uns die Pyramide nicht beschäftigen können. Zudem würde ich es auch nicht empfehlen, sich den Trailer zur Pyramide auf der Seite von “Esc Welt” vor dem Lösen anzusehen. Ich habe ihn mir erst danach angesehen und finde, dass dort schon einige kleine Details preisgegeben werden, bei denen es einfach schöner ist, sie selbst entdecken zu können. 

Auch wenn ich mir für den relativ hohen Preis nicht selbst eine solche Rätselkiste holen würde, ziehe ich es ab sofort als Geschenkidee in Erwägung und bin froh, nun endlich auch eine solche Escape-Room Alternative ausprobiert zu haben!

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